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Internet-Einsatz im Labor - Technik ohne Nutzen?Autor: Rainer Jonak (Imcor GmbH) - LaborPraxis (Labor 2000) Einführung - Internet - die Technik - Internet-Einsatz im Labor - Analytik - Laborbetrieb - Information und Kommunikation - Kosten/Nutzen des Internet-Einsatzes - Fazit - Literatur - Internet-Adressen mit Bezug auf das Labor EinführungInternet, ein neues Informations- und Kommunikationsmedium ist derzeit in aller Munde. Ist es eine Modeerscheinung, ein Marketing-Coup der DV-Industrie oder ein ernstzunehmendens Werkzeug für den professionellen Einsatz? Welchen Nutzen bietet dieses Medium meinem Labor und wie läßt es sich sinnvoll einsetzen? Die Auseinandersetzung mit dem Internet gewinnt auch im Laborbereich sowie in dessen Umfeld zunehmend an Intensität. Es gilt, Chancen die diese Technik bietet, frühzeitig zu nutzen. Technologisch anspruchsvolle Analysenverfahren und der Einsatz computergestützter Datenerfassungs- und Auswertesysteme gehören heute zur Standardausrüstung der meisten analytischen Labors. Die Laborteams nutzen die Technik meist souverän und der Laborleiter hat längst vom Papier zu Office-Produkten wie Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation gewechselt, um Laborsteuerung und Planungsaufgaben in der knappen, verfügbaren Zeit durchzuführen. Nur im Bereich der Kommunikation und der Informationsbeschaffung haben sich Verfahrensweisen wenig geändert - Aufträge und Ergebnisse werden meist auf Papier ausgetauscht und bei Informationsrecherchen dominiert das Buch oder die Fachzeitschrift. Ist hier vielleicht ein Ansatz für die Internet-Technologie? Internet - die TechnikDas Internet ist ein Kommunikations- und Informationssystem, das Universitäten, öffentliche Einrichtungen und kommerzielle Unternehmen miteinander verbindet [1]. Es entwickelte sich aus einem hochverfügbaren Wissenschaftsnetz (ARPANET), das 1969 zum Austausch von Informationen zwischen Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen vom US-Verteidigungsministerium konzipiert wurde. Durch die schrittweise Ausdehnung auf internationale Teilnehmer, die parallele Entwicklung leistungsfähiger Kommunikationsprotokolle und die Einbeziehung kommerzieller Unternehmen ab 1990 entstand ein schnell wachsender Rechnerverbund. Jedoch erst mit der der Einführung des World Wide Web (WWW), einem Hypertext-basierenden Informationssystem im Jahre 1992, wurde die Nutzung dieses weltweiten Zusammenschlußes unterschiedlichster Computer und Teilnetze so komfortabel, daß es einer breiten Anwendergruppe zugänglich gemacht werden konnte (Abb.1). Der Abruf von Informationen im World Wide Web erfolgt über sogenannte Browser, grafisch-orientierten Abfrageprogrammen, die nach Angabe einer eindeutigen Zieladresse (z.B. http://www.imcor.de) die Web-Dokumente anzeigen. Durch Querverweise (Hyperlinks) kann auf beliebige andere Dokumente verzweigt werden, die durchaus auf einem Rechner am anderen Ende der Welt liegen können [2]. Die Datenkommunikation erfolgt dabei mit Hilfe des TCP/IP-Übertragungsprotokolls, das alle beteiligten Rechnersysteme verwenden. Suchmaschinen unterstützen das Auffinden der gewünschten Informationen im Internet - sie indizieren den Datenbestand im WWW und halten Teil-Inhaltsverzeichnisse vor. Neben den WWW-Seiten, finden sich im Internet Dateiarchive z.B. zum Abruf von Software oder auch Newsgroups, die vergleichbar mit einem schwarzen Brett, den Austausch von Nachrichten innerhalb einer thematisch orientierten Gruppe ermöglichen. Für die Nutzung des Internet ist neben einem Provider-Zugang lediglich ein PC mit Modem/ISDN-Karte und Kommunikationssoftware nötig. Die Internet-Provider wie z.B. EUnet, X-LINK, IPF.Net, T-Online, DFN oder nacamar stellen nicht nur den Anschluß an das Internet bereit, sondern ermöglichen auch die Präsentation des eigenen Unternehmens über eine "Homepage" im Internet. Eine zusätzliche E-Mail Adresse erlaubt den elektronischen Austausch von Nachrichten und Dokumenten. Die Auswahl des Internet-Providers hat signifikante Auswirkungen auf Kosten und Effizienz der Internet-Nutzung. Günstige Preise korrelieren nur selten mit hohen Übertragungsraten und guter Qualität der angebotenen Leistungen. Internet-Einsatz im LaborEine Eigenheit des modernen Laborbetriebs ist die Notwendigkeit zur fortlaufenden Anpassung der Analytik an neue Produkte, Analysenmethoden und an die Anforderungen interner wie externer Stellen. Diese Dynamik erfordert zum einen, daß jederzeit aktuelle Informationen bezüglich der analytischen Verfahren, Gerätetechnik sowie der Qualitäts- und gesetzlichen Anforderungen bereitstehen und zum anderen, daß die Kommunikation des Labors mit seinen Partnern einfacher und schneller wird. Gerade die Informationsbeschaffung und Sichtung erfordert einen unverhältnismäßig hohen Zeitaufwand. Fachliteratur liefert z.T. erst nach langwieriger Suche die gewünschte Information, aber auch Datenbankrecherchen zu einer speziellen Problemstellung über externe Dienstleister sind oft aufwendig und teuer. An dieser Stelle kann die Nutzung des Internet bereits heute einen Beitrag leisten, Informationen gezielt und schnell zu recherchieren und im Labor nutzbar zu machen - allerdings auch hier nicht immer kostenlos (Tab. 1). AnalytikIm Bereich der Analytik stellen sich unabhängig vom Fachgebiet immer wieder ähnliche Fragen, für die eine Vielzahl an Informationen im Internet bereitliegen:
LaborbetriebDer Betrieb eines Labors besteht nicht nur aus Forschung oder Analytik, sondern umfaßt natürlich auch Organisation, technische Ausrüstung und Personalführung. Unterstützend läßt sich das Internet für diese Themen sehr gut nutzen:
Information und KommunikationAktuelle Informationen über Entwicklungen im eigenen Fachgebiet
aber auch die Kommunikation mit Kunden und Lieferanten gewinnen einen
immer höheren Stellenwert. Hier bietet das Internet einen klaren
Nutzen:
Kommunikation
Neben den angeführten Anwendungsbeispielen gibt es für den Einsatz des Internet im Labor noch eine Vielzahl weiterer Themen, die allerdings, abhängig vom Aufgabenspektrum des einzelnen Labors, stark variieren. Kosten/Nutzen des Internet-EinsatzesDie Nutzung des Internet im Labor ist, wie bei jedem anderen Arbeitsmittel auch, mit Zeitaufwand und Kosten verbunden. Für einen Einstieg in die Technologie genügt es im ersten Schritt, zunächst einen Arbeitsplatz im Labor mit einem Internetzugang zu versehen. Die Grundausrüstung für einen vorhandenen PC mit Modem bzw. ISDN-Karte und Software liegt etwa bei 500 DM. Der Zugang zum Internet über einen Provider variiert speziell beim Business-Tarif sehr stark. Neben einmaligen Anschlußkosten fallen monatliche zeit- oder auch volumen-abhängige Gebühren an. Diese liegen, bei einer angenommenen Nutzungszeit von 30 Stunden pro Monat, typischerweise in einer Bandbreite von ca. 80 - 500 DM. Dazu kommen Telefongebühren und gegebenenfalls noch Nutzungskosten für spezielle Leistungen der Anbieter im Internet, z.B. bei Datenbank-Recherchen. Allerdings ist immer noch ein immens großer Anteil der Informationen des Web kostenfrei verfügbar. Stellt man Zeitaufwand und Kosten bei Einsatz konventioneller Techniken für Informationsbeschaffung und Kommunikation dagegen, so kann man - abhängig vom Labor - durchaus eine positive Bilanz ziehen. Der Vorgang der Beschaffung von Literatur und Auskünften, die Durchführung professioneller online- oder offline Datenbankrecherchen, Sichtung und Selektion der Informationen einschließlich der Wartezeiten summiert sich zu einem beträchtlichen Aufwand. Berücksichtigt man zusätzlich die Einsparungsmöglichkeiten beim Versand von Briefen und Dokumenten über E-Mail, d.h. Papier, Verpackung, Porto und Zeit, so überwiegen in den meisten Fällen die Vorteile des Internet-Einsatzes deutlich. Die Sorge des Managements, daß das Internet mehr für Unterhaltungs- und Freizeit-Themen, denn für die wissenschaftliche Arbeit genutzt wird, ist sicher nicht unbegründet. Durch klare Aufgabenregelung, gegebenenfalls ergänzt durch Zugangsschutz und automatische Filterung von unerwünschten Themengebieten, läßt sich das Werkzeug Internet allerdings effizient und zielgerichtet nutzen. FazitDer Internet-Einsatz im Labor steht noch am Anfang seiner Entwicklung. Vorbehalte gegen die neue Technik und teilweise auch ein schlechtes Image des Mediums aufgrund des schillernden Themenspektrums und langsamer Internet-Zugänge haben die Entwicklung bisher gebremst. Bei einer guten Vorbereitung, z.B. durch Konzipierung von Technik und Nutzungsart in Zusammenarbeit mit internen oder externen Spezialisten, ist der Schritt ins Internet ohne Risiko. Bei überschaubaren Kosten, läßt sich - insbesondere bei Labors mit hohem Informationsbedarf und dynamischen Anforderungen an die Analytik - ein meßbarer Nutzen durch den Internet-Einsatz ermitteln. Auf Sicht wird sich nicht nur die Kommunikation nach außen über das Internet, sondern auch der interne Datenaustausch über vergleichbare Techniken - dem Intranet - etablieren. Literatur[1] Grubb, Anne, 'Internet im Unternehmen', tewi-Verlag 1995, ISBN
3-89362-427-9 Internet-Adressen mit Bezug auf das Labor (aktualisiert)
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